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Das "Lendgeskräiz"
Das "Lendgeskräiz" befindet sich nahe dem Weg zum Schiessplatz in
Rümelingen. Es stammt aus der Zeit der spanischen Herrschaft und
kennzeichnet den Ort an dem die Öttinger Herren Gericht abhielten.
Seinen Namen erhielt das Kreuz von der Örtlichkeit an der es sich
befindet. Der Flurname "Auf der Lindgen" bezieht sich auf eine kleine
Linde. Die Linde war der heilige Baum bei den Germanen, sie
kennzeichnete den Ding oder die Thingstätte.
Die Herren von Öttingen hatten die Gerichtsbarkeit über Rümelingen vom
Mittag des 7. Septembers bis zum Mittag des 9. Septembers. Sie durften
hierbei alle Souveränitätsrechte ausüben. Sie durften also auch
Todesurteile aussprechen und einen Galgen aufstellen. Die Urteile wurden
alle beim "Lendgeskräiz" ausgesprochen und auf dem nahegelegenen
Galgenberg ausgeführt. Der Galgenberg war so gelegen, dass die
Rümelinger Herren von ihrem Schloss die Ausführung des Todesurteils
beobachten konnten.
Das "Lendgeskräiz" trägt die gleichen Arabesken wie der grossherzogliche
Palast in Luxemburg der von 1572-1573 errichtet wurde. Der Kayler
Künstler Emile Kirscht hat das heute durch Vandalismus teilweise
zerstörte "Lendgeskräiz" gemalt. Wir erkennen hier die verschwundenen
Fresken.
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